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11.12.2017 | Interview zu Orange Wine

von Simon Schreiber

Weißwein, Rotwein, Rosé. So einfach war bisher die Farbenlehre für Winzer, Weinliebhaber und Önologen. Nun gibt es eine vierte Farbe, und der Wein dazu heißt Orange Wine. Kurzlebiger Hype, neuer Trend und gleichzeitig Rückbesinnung auf alte Werte? Simon Schreiber über das, was Orange Wine sein kann - und was nicht. 

 Erstmals gibt es auch im Weingut Schreiber Orange Wine. Was hat Sie auf die Idee gebracht, was hat Sie zu diesem Experiment bewogen?

 In meine Ausbildung zum Weinbautechniker gehört das Fach Sensorik. Hier wird jede Woche ein-, zweimal für 90 Minuten Wein probiert und diskutiert. Selbstverständlich probieren wir dort nicht nur Große Gewächse, sondern auch nicht so gelungene Weine und aktuelle „Trends“ wie zum Beispiel Maischevergorene oder Weine aus besonderen Behältnissen wie etwa Beton. Solche Weine haben stets zu großen Diskussionen geführt, weil sie von der Norm abweichen und anders schmecken.

 Das hat Sie also neugierig gemacht?

 Ja, dabei ist das Prinzip von Orange Wine ganz einfach: Einen Weißwein so herstellen wie Rotwein. Das zu machen, ist auch gar nicht so schwer. Sehr interessant fand ich immer Weine, die einen kleinen Anteil eines Maischevergorenen haben. Sozusagen ein kleines Cuvée. Schon zwei bis vier Prozent verändern den Weintyp stark. Ich wollte das mal mit einer geringen Menge ausprobieren, ein Versuch ins Blaue.

Woher kommt die Farbe, und wie wird Orange Wine an- bzw. ausgebaut? 

Die Farbe stammt aus den Beerenschalen. Es gibt zwar tausend Wege, wie man eine Orange herstellen kann, aber alle Wege haben in der Regel gemeinsam, dass sie auf der Maische vergoren wurden. Das heißt, dass die Trauben nicht wie bei gewöhnlichen Weißweinen direkt abgepresst werden, sondern die Stiele werden entfernt und die Beeren (inkl. Schalen und Kerne) in einen Behälter gegeben. Das nennt man dann Maische bzw. Maischegärung. Während der Gärung wird nicht nur der Zucker umgebaut, sondern werden auch Inhaltsstoffe aus der Schale herausgelöst. Beispielsweise Phenole sowie Farbstoffe. Im Vergleich zu herkömmlichen Weißweinen hat Orange Wine das 10- bis 15-fache an Phenolen (Bitterstoffen) und ein Vielfaches an Farbstoffen. Diese reagieren dann zu Farb-Gerbstoff-Komplexen. Aufgrund der hohen Anzahl an Farbstoffen hat der Wein dann eine orangene Farbe

 Wo liegen dabei die Herausforderungen, wo die Risiken?

 Einen Orange Wine herzustellen, das bedeutet zunächst, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Es gibt 1000 Wege wie man das angehen kann, aber nicht jeder führt zum gleichen Ergebnis. Wir haben uns für den Weg des „sauberen“ Oranges entschieden. Das heißt die Trauben, die wir verwendet haben, stammen aus dem Kirchenstück, welches wir auch für unseren besten Weißwein Erstes Gewächs verwenden. Die Trauben wurden das ganze Jahr über auf Qualität getrimmt und dann penibel aussortiert. Danach wurde die Maische mit Reinzuchthefe beeimpft, sodass die Gärung zugig beginnen und nicht unschöne Muff- und Fehltöne entstehen konnten. Die Maische wurde viermal am Tag gestampft, was „medium“ strapaziös für die Trauben ist und somit nicht zu einem zu hohen Phenolgehalt führt. Nach Abschluss der Gärung wurde die Maische zügig abgepresst.

 Also die Methode „safety first“?

 Ja, das Risiko, so einen untrinkbaren Wein zu produzieren, ist gering. Orange Freaks könnten aber vielleicht sagen, dass der Wein zu langweilig, zu brav ist.

Wie würden Sie das Aroma beschreiben und zu welcher Gelegenheit bzw. zu welchem Essen würden Sie Orange Wine empfehlen?

Der Wein ist unglaublich komplex und dicht, durch die Maischegärung und die hohen Phenole hat der Wein einen wahnsinnigen Körper. Ich finde persönlich die kräutrigen Aromen des Weines sehr interessant, da sie gerade im Cuvée einen schöne Ergänzung zu den bekannten Riesling-Aromen bieten. 

 Zum Essen eignen sich solche Weine sehr gut, da Sie durch den starken Körper auch kräftigen Soßen etc. etwas entgegenzusetzen haben und somit nicht „klein und säuerlich“ wirken. Somit passt dieser Wein perfekt zu scharfem Essen, aber auch zu kräftigem Fleisch wie zum Beispiel Wild

 Ist Orange Wine nicht eigentlich ein alter Hut; wurden so nicht vor tausenden von Jahren die ersten Weine gemacht?

 Genau. Früher konnten und wussten die „Winzer“ nicht besser, wie man Wein macht. Durch Forschung und Bildung hat sich aber gezeigt, dass trinkbare Weine besser über andere Wege funktionieren. Dass wir uns wieder auf alte Methoden zurückbesinnen, verwundert aber nicht, da gerade fruchtige Weißweine oft sehr „eindimensional“, sprich geradlinig und nur fruchtig sind. Solche sauberen und fruchtigen Weine sind super geeignet für den Verzehr auf der Terrasse gemeinsam mit Freunden oder auch für den kuscheligen Fernsehabend. Meiner Meinung eignen sich solche Weine aber eher weniger zum Essen.

 Es geht Ihnen hier also um die Bandbreite?

 Die schwierigste Aufgabe für einen Winzer ist es meiner Meinung nach, ein Sortiment zu formen, das vom guten einfachen Basisweinen über qualitativ hochwertige Lagenweine bis hin zum Premium-Wein, welcher lagerfähig und zum Essen geeignet sein soll, zu produzieren. Gerade Orange Wine ist lange haltbar und auch nach zehn Jahren oft noch super zu genießen. Die letzten Jahrzehnte waren geprägt durch den Fortschritt und die technischen Neuerungen die zu neuen, tollen, fruchtigen Weinen geführt haben. Dadurch sind aber Attribute wie Lagerfähigkeit, Weinalterung, Körper und Aromen-Vielfalt verloren gegangen. Eine Zurückbesinnung auf das „Alte“ bedeutet also vielmehr, die Schwächen des Sortiments zu erkennen und an den Stellschrauben zu drehen, sodass jeder Wein das Optimum erreicht.

 Beim „normalen“ Konsumenten scheint Orange Wine noch nicht angekommen zu sein, in Sterne-Restaurants steht er auf der Karte, in Städten wie Berlin gibt es mittlerweile Naturwein-Bars. Was glauben Sie, wohin die Reise geht? Wird sich dieser Naturwein auf dem Markt breit machen oder ein Nischenprodukt bleiben?

 Ich glaube, dass Konsumenten oft nach Extremen Ausschau halten. Natürlich kann ich einen Orange Wine vorstellen und jeder wird sagen „Wow das habe ich noch nie probiert, und das ist ja was ganz Neues“. Genau das bleibt dann im Gedächtnis. Dennoch glaube ich, dass solche Weine für den breiten Markt nicht gemacht sind. Ich denke, dass solche Weine ehr für diejenigen vorbehalten sind, welche sich intensiv damit beschäftigen wollen und auch an Alterung  Spaß haben. Ich bin aber überzeugt, dass sie als Cuvée-Partner in vielen Betrieben künftig eine Rolle spielen werden. Das Eine schließt das Andere nicht aus: Orange Wine ist ein Nischenprodukt, aber auch eine nötige „Zutat“ für ein besseres Sortiment.

 Das Interview führte Ingrid Nicolai.

02.12.2017 | Jeder Bau beginnt mit einem stabilen Fundament

von Simon Schreiber

Die Erdarbeiten sind abgeschlossen. Im nächsten Bauabschnitt werden die Fundamente erstellt. Anschließend wird der Bereich zwischen den Fundament in der nächsten Woche mit Schotter aufgefüllt und verdichtet um danach die Bodenplatte erstellen zu können.

28.11.2017 | Neuer Rotwein abgefüllt

von Simon Schreiber

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und traditionell zu dieser Jahreszeit füllen wir unsere neuen Rotweine ab. Unser Sortiment wird ab diesen Jahr durch einen neuen Spätburgunder ergänzt, welcher zu 100 % in einem Barrique ausgebaut wurde.

Folgende Rotweine sind ab jetzt im Verkauf:

2016er Spätburgunder trocken "im Barrique gerreift"

2016er Hochheimer Hölle Merlot trocken

21.11.2017 | Vinothek - Rohbau

von Simon Schreiber

Jetzt geht es richtig los. Der Rohbau beginnt mit dem Ausheben des Mutterbodens und mit dem Erstellen der Fundamente.

14.11.2017 | Eichelmann 2018

von Simon Schreiber

Wir sind stolz das wir erneut im Weinführer Eichelmann als überdurchschnittliches Weingut empfohlen wurden. Ein "Sonderlob" gibt es für unseren brut nature Sekt 

06.10.2017 | Wenig Ertrag - gute Qualität - Herbst 2017

von Simon Schreiber

Schon Ende September haben wir die letzten Trauben des Jahrgangs 2017 geerntet. Damit ist der zweite Umstellungsjahrgang auf ökologischen Weinbau "eingefahren". Der nächste Jahrgang wird dann endlich der "erste" voll öko-zertifizierte Jahrgang sein. Mit der Qualität des Jahrgangs 2017 sind wir sehr zufrieden. Leider hat der Frost im Frühjahr doch zu merklichen Ertragsausfällen geführt, weshalb wir nur etwa die Hälfte eines gewöhnlichen Jahrgangs ernten konnten.

31.08.2017 | Traubenlese bereits im August

von Simon Schreiber

So früh wie noch nie (28.8.) haben wir bereits die ersten Trauben gelesen. Darunter auch Müller Thurgau, welchen wir für Traubensaft benötigen. Aus einem Teil dieser Trauben wird Federweißer hergestellt. Außerdem wurde noch Dornfelder, Portugieser und zum ersten Mal Sauvignon Blanc geerntet. 

Das schwül-warme Wetter sowie ein großer Wespenbefall sorgten für Mehrarbeit, da die Trauben mit Hand vorselektiert werden mussten, um nur gesunde Früchte zu verarbeiten. Die Qualität ist somit zufriedenstellend, dafür konnten wir aber nur etwa die Hälfte des erhofften Ertrages einfahren. 

Wir hoffen nun auf kühleres und trockenes Wetter. Den ersten Federweißer gibt es dann übrigens ab nächster Woche!

20.08.2017 | Riesling Sekt brut - Ausgezeichnet!!

von Simon Schreiber

Wir freuen uns riesig über eine erneute Auszeichnung. Beim Meininger Deutscher Sektpreis 2017 wurden zwei unserer Sekte hervorragend bewertet. 

Unser Stein Riesling Sekt brut wurde mit 90 Punkten bewertet, was uns super stolz und glücklich macht. Somit gehört unser Sekt zu den besten 50 des Wettbewerbs. Auch unser brut nature wurde mit 87 Punkten für seine einzigartige Stilistik gelobt. 

13.07.2017 | NEU!! Riesling Schörlchen

von Simon Schreiber

Nach etlichen Monaten Überlegungen und Vorbereitungszeit haben wir es nun endlich geschafft. Gestern wurde in einer Sonderabfüllung unsere erste Riesling Weinschorle abgefüllt. Schon etwa drei Jahre überlegen wir eine fertig "gemixte" Schorle abzufüllen. Zuerst in Dosen, nun aber doch in Flaschen. Die Flasche nennt sich Longneck und ist eher als Bier- oder Saftflasche bekannt. Die Schorle besteht aus 60% Riesling und 40% Wasser. Für den frischen Geschmack wurde sie mit einer angenehmen Kohlensäure verfeinert. Das Produkt eignet sich perfekt für den Feierabend oder einen netten Terassenabend, die "kleine Portion" verhindert angebrochene Flaschen. Das Hintergrundbild vom Etikett stammt von einer Künstlerin, die spontan den Einfall hatte, dass dieses Motiv passen könnte. 

Wir hoffen, dass unser "Riesling Schörlchen" gut ankommt. Die Flasche kostet ab Weingut 2€, den 24er Karton gibt es zum rabattierten Preis von 45€. 

11.07.2017 | Weinfest

von Simon Schreiber

Nach einem tollen Hochheimer Weinfest geht es schon bald in Wiesbaden weiter. Dieses Jahr sind wir zum ersten mal auf der Wiesbadener Weinwoche mit dabei und freuen uns bereits riesig darauf!!

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